Den Auftakt machte der bis dahin Bestplatzierte im Bundesligazirkus, Willi van der Sande, der im Rundenrekord wie erwartet als Nicht-Bahnspezialist die 10. beste Zeit hinlegte. Gemeinsam mit Teamkollege Patrick Oeben ging er im Scratch-Rennen an den Start, das die beiden taktisch geschickt meisterten. Patrick holte in einem tollen Finish Rang 3 und damit reichlich Punkte und eine gute Ausgangsposition für die Teamwertung. Max Stahr, Deutscher Meister im Punktefahren, blieb leider in eben dieser Disziplin hinter den Erwartungen zurück. Er verkalkulierte sich ein wenig, hielt sich abwartend zurück und verpasste den rennentscheidenden Moment, als sich vier Fahrer vom Feld lösten und einen Rundengewinn vollzogen. Durch seinen 6. Platz fiel das Team in der Mannschaftswertung wieder zurück.
In der abschließenden Mannschaftsverfolgung allerdings stellten er, Jan Radermacher und Patrick Oeben ihr gesamtes fahrerisches Können unter Beweis. Als eingespieltes Team verbuchten sie in einem beeindruckenden Verfolgungsrennen den ersten Sieg, obwohl die Drei bei einem Überholvorgang in der Zielkurve noch Zeit hatten einbüßen müssen.
Am zweiten Wettkampftag wollten die Vier unter sportlicher Leitung von Cheftrainer Hans-Peter Nilges, den 3. Platz der Teamwertung vom Vortag unbedingt verteidigen. Willi musste wiederum als Erster in der Einerverfolgung über 2000m ran. Aber auch in dieser Disziplin war dem Zeitfahrspezialisten das Parkett in Berlin nicht besonders wohl gesonnen und er belegte wie schon am Vortag den 10. Platz.
An seiner Seite wollte Jan im Scratch das Ruder wieder an sich reißen und alles sah auch gut aus. Jan hatte jede Rennsituation fest im Griff. Als er sich mit Hans Pirius aus NRW vom Feld absetzen wollte, konnte er kurz vor Schluss das hohe Tempo nicht mehr halten. Als die beiden vom Feld wieder gestellt wurden, waren nur noch 4 Runden zu fahren, zu wenig, um sich für den Schlusssprint noch mal zu erholen. Willi, der zuvor versuchte hatte rauszufahren, fehlten ebenfalls die Körner am Schluss, so dass dem Team nur 4 Punkte blieben.
Jan, der völlig enttäuscht die Bahn verließ, traf an dem Desaster keinerlei Schuld, denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass er mit einer zu kleinen Übersetzung ins Rennen gegangen war und somit chancenlos im Kampf um die vorderen Plätze war.
Auf Patrick lastete ein enormer Druck, als er sich für das Ausscheidungsrennen auf das Holzoval begab. Aber er machte seine Sache wie schon am Vortag sehr gut, unterstrich seine immer noch starke Form und fuhr in einem klasse Rennen erneut auf den 3. Platz.
Obwohl Rang 3 in der Teamwertung nicht mehr zu holen war, setzten Jan und Max beim abschließenden Madison noch mal alles auf eine Karte. Und insbesondere Jan, der der Meinung war, der Mannschaft für den Ausrutscher im Scratch noch etwas schuldig zu sein, fuhr ein grandioses und aggressives Rennen. Die beiden lagen vor der letzten Wertung mit einem Punkt Vorsprung vor dem Duo aus NRW. Jan brachte seinen Kollegen 3 Runden vor der Schlusswertung in eine gute Ausgangsposition. Anstatt sich auf seine hohe Endschnelligkeit im Schlusssprint zu verlassen, nahm Max das Heft selbst in die Hand und wollte im Alleingang den Sieg nach Hause fahren. Seine beiden Verfolger setzten nach und verwiesen den Büttgener auf der Zielgeraden noch auf die Plätze.
Jan und Max sicherten mit dem 2. Platz im Madison den 4. Platz in der Tagesgesamtwertung sicher ab, der Willi van der Sande 100 Punkte für die Gesamteinzelwertung bescherte und er damit auf einem grandiosen 7. Platz die Bundesliga beendete.
Das Team rückte im Gesamtklassement ebenfalls auf Rang 7 vor. Alle vier Fahrer sorgten mit ihrer starken Vorstellung im Bahnfinale und insbesondere Patrick und Willi im Verlauf der gesamten Straßensaison dafür, dass die zu Beginn der Saison formulierten Ziele, nämlich einen Fahrer unter die besten 10 zu platzieren und in der Teamwertung unter die TOP TEN zu fahren, erfüllt wurden.
Zufriedene und glückliche Minen in den Gesichtern von Trainer und Sportlern waren der Lohn nicht nur eines schönen Final-Wochenendes, sondern einer harmonisch und mit 65 Podiumsplätzen darunter 22 Siege belohnten Saison im Bundesligazirkus.

Christoph Schübbe siegt in Bonn und wird 3. in Kempen

Anteil an den zahlreichen Podiumsplätzen hatte am Wochenende einmal mehr Christoph Schübbe, der auf anspruchsvollem Kurs in Bonn seine immer noch hervorragende Form unter Beweis stellte. Er setzte sich mit einem Fahrer vom Feld ab, und hatte im Gegensatz zum Vorjahr die Nase im Schlusssprint vorn.
Am nächsten Tag beim Rennen in Kempen fuhr er ähnlich stark. Hätte ihn nicht im Endspurt ein Fahrer an die Bande gedrängt, wäre der 3. Saisonsieg für den Dortmunder drin gewesen. Aber mit dem Platz 3 auf dem Podium war er dennoch zufrieden und versüßte damit das Ende einer für ihn sehr erfolgreichen Saison 2009.

©Ingrid Oeben