Bereits nach kurzer Zeit konnte sich eine Spitzengruppe unter der Führung zweier Fahrerinnen des Lotto-Belisol Teams absetzen. Trotz der intensiven Nachführarbeit des Hauptfeldes, an der sich auch die Koga-Fahrerinnen durchgehend beteiligten, gelang es der Ausreissergruppe ihren Vorsprung bis ins Ziel zu retten.
Während also Elizabeth Armitstead vom Team Lotto-Belisol schon ihren Sieg feierte, setzte das Hauptfeld zum Massensprint um die weiteren Platzierungen an. Hierbei bewies Koga-Fahrerin Martina Zwick wieder einmal, dass sie den direkten Vergleich mit den Profis im Sprintduell nicht zu scheuen braucht und fuhr als 9te über die Ziellinie.
Nach diesem „Vorlauf“ stand am Sonntag das Hauptrennen über 90 km auf einer 15 km-Runde in und um Bochum an. Der Parcours, auf dem alljährlich auch das sehr gut besetzte Profi-Rennen der Männer ausgetragen wird, gilt als sehr anspruchsvoll, da er neben extrem engen Kurven und Kopfsteinpflaster-Passagen in erster Linie aus steilen Anstiegen und rasanten Abfahrten besteht.
Die Frauen des Düsseldorfer Koga-Miyata-Cycling-Team gingen dennoch mit guter Stimmung an den Start, da allen Fahrerinnen ein welliges Terrain entgegen kommt. Schon zu Beginn des Rennens kam es immer wieder zu Attacken, mit denen die Profi-Teams versuchten, das Hauptfeld an den Anstiegen auseinander zu fahren.
Hierbei schien das Rennen schon kurz vor der ersten Bergwertung für Jana Schemmer aufgrund eines „Plattens“ vorbei zu sein. Doch Team-Betreuer Gilbert Zwick wechselte ihr in wenigen Sekunden das Vorderrad, so dass sie direkt wieder aufspringen und die Verfolgungsjagd zurück zum Feld aufnehmen konnte. Erleichtert beobachtete Teamchef Ralf Stambula vom Begleitfahrzeug aus, wie ihr die Rückkehr ins Feld ohne größeren Kräfteverlust gelang.
Unterdessen schaffte es Koga-Fahrerin Birgit Söllner, sich mit einigen anderen Fahrerinnen vom Hauptfeld in einer Spitzengruppe abzusetzen. Der Ausreißversuch misslang jedoch , da die Profis der Nürnberger Equipe ihren sich vorgenommenen Sieg in Gefahr sahen und die Geschwindigkeit im Hauptfeld schlagartig forcierten. Ein weiterer Ausreißversuch – diesmal ohne Beteiligung des Koga-Teams – musste ebenfalls verhindert werden. Hier opferte sich Koga-Fahrerin Tamara Siebert, die mit ihrer Tempo-Arbeit dafür sorgte, dass das entstandene Loch zur Spitzengruppe wieder geschlossen wurde.
Bis in die letzte, der insgesamt sechs Runden, versuchten immer wieder kleine Grüppchen, das Hauptfeld abzuhängen um eine Entscheidung im Massensprint zu verhindern. Als aber klar war, dass es zwangsläufig zu einer Entscheidung im Massensprint kommen würde, brachte sich Martina Zwick schon frühzeitig in eine taktisch günstige Position und fuhr an die Spitze des Fahrerinnenfeldes. Von hier aus legte sie noch einmal alle Kraft in ihren Zielsprint und konnte mit ihrer Sprintqualität einen hervorragenden siebten Platz erreichen. Da es sich bei dem Bochumer Sparkassen-Giro um ein Weltcup-Rennen handelt, beschert ihr diese Positionierung in den Top10 erste Punkte in der UCI-Weltrangliste.
Das Bochumer Weltpokal-Rennen gewann übrigens die Australierin Rochelle Gilmore ( Lotto-Belis) vor der Niederländerin Suzanne de Goede (Equipe Nürnberger).
Teamchef Ralf Stambula zeigte sich sehr erfreut über die doch zuletzt rasante Entwicklung seiner 19-jährigen Fahrerin Martina Zwick, die sich immer öfter mit den Profis der internationalen Weltelite messen kann und sich mit ihrer beständigen Leistung ihren Platz im Nationalkader zurückerobern konnte.
Auch die anderen Mädels vom Koga-Team gaben im Zielsprint des Sparkassen-Giros noch einmal alles und erzielten tolle Platzierungen (Semra Yetis: 20, Birgit Söllner: 21, Jana Schemmer: 26, Anna-Bianca Schnitzmeier: 34).
Mit dieser geschlossenen Mannschaftsleistung kann das Düsseldorfer Koga-Team voller Zuversicht in die nächsten Rennen gehen und auch der zurzeit zweite Platz in der Bundesliga-Wertung wird mit dieser Form verteidigt werden können.