Nachdem die ersten drei Fahrerinnen problemlos das Ziel erreicht hatten, lief Jana Schemmer nur 500 Meter vor der Ziellinie ein Zuschauer ins Rad und sie stürzte auf die Straße. Glücklicherweise blieb sie bis auf leichte Prellungen unverletzt und konnte direkt wieder auf ihre Zeitfahrmaschine springen und weiter fahren. Eine vordere Platzierung war für die Nationalfahrerin jedoch nunmehr aussichtslos und sie erreichte den 30. Platz. Annika Grüber wurde ihrem Ruf als Zeitfahrspezialistin gerecht und sorgte mit einem tollen 16. Platz für das beste Ergebnis des Koga-Teams. Birgit Söllner (Platz 19) und Alexandra Nöhles (Platz 20) komplettierten das gute Ergebnis des Koga-Teams, welches sich hinter dem Profi-Team der Nürnberger Equipe und dem Team Stuttgart auf Platz 3 in der Tageswertung einreihte.
Nachdem der direkte Konkurrent, Team Stuttgart, in der Bundesligawertung somit ein paar Punkte auf das bis dato zweitplatzierte Koga-Team gutmachen konnte, ging die Mannschaft um Teamchef Ralf Stambula mit dem entsprechenden Ehrgeiz in das zweite und noch wichtigere Rennen des Wochenendes. So fand in Cottbus am Sonntag (28.06.09) die Deutsche Straßenmeisterschaft statt, bei der diesmal 128 Kilometer zurückgelegt werden mussten. Schon vor dem Rennen war klar, dass sich die Profis der Teams Nürnberger Equipe und Columbia einen heftigen Schlagabtausch um die vorderen Plätze leisten würden. Dennoch blickten die Fahrerinnen des Koga-Teams der Meisterschaft positiv und motiviert entgegen.

Der flache Kurs schien wie geschaffen für einen Massensprint, bei dem es immer mal wieder zu Überraschungen kommen kann. Diese Erwartung bestätigte sich im Verlauf des schnellen Rennens, welches die besten Radfahrerinnen Deutschlands mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 42 km/h bestritten.

Das packende Sprintfinale konnte die klare Favoritin Ina Yoko Teutenberg (Team Columbia) für sich entscheiden. Die erst 19-jährige Martina Zwick vom Koga-Team schaffte es jedoch, sich zwischen den Profis nach vorne zu schlängeln und sprintete als beste U23-Fahrerin auf den 7. Platz. Mit dieser grandiosen Leistung überzeugte sie nicht nur ihren Teamchef Ralf Stambula, sondern auch den Trainer der Deutschen Nationalmannschaft, der Martina Zwick umgehend in das Kader für die an diesem Wochenende (3.7.-5.7.09) stattfindende Europameisterschaft in Belgien aufnahm.

Auch Birgit Söllner bestätigte erneut ihre momentan sehr starke Form und sprintete auf den 9. Platz und konnte damit ihren großartigen dritten Platz in der Gesamteinzelwertung festigen. Der 21. Platz von Jana Schemmer vervollständigte das tolle Mannschaftsergebnis, das den zweiten Platz in der Tageswertung einbrachte. Somit konnte Düsseldorpias Koga-Miyata-Cycling-Team seinen Rang als zweitbestes Deutsches Radsportteam hinter den Profis der Nürnberger Equipe bestätigen.

Großes Glück hatte Nationalfahrerin Anna Bianca Schnitzmeier vom Koga-Team. Sie wurde während des Rennens in den ersten von einigen Stürzen im großen Fahrerinnenfeld verwickelt, blieb jedoch unverletzt und fuhr direkt weiter. Nur wenige Kilometer später auf einer Kopfsteinpassage kam es jedoch zu einem erneuten Sturz, bei dem der 18-jährigen ihr Rennrad in der Mitte auseinander brach und sie zu Fall brachte. Dabei stürzte sie so unglücklich auf den gebrochenen Rahmen, dass sie eine tiefe Fleischwunde in der Wade davontrug. Nach einer kurzen Behandlung durch einen Sanitäter rappelte sie sich jedoch erneut auf und fuhr mit einem Ersatzrad weiter. Teamchef Ralf Stambula unterstütze dies, da nur durch das direkte Weiterfahren nach einem Sturz das Eintreten eines schweren Schockzustandes verhindert werden kann. Anna-Bianca Schnitzmeier bewies großen Kampfgeist und erreichte im Finale noch einen unglaublichen 27. Platz. Danach wurde ihre Wunde im Krankenhaus genäht und alle waren froh, dass der jungen Kämpferin bei ihren Stürzen nicht Schlimmeres passiert war.
Übrigens fuhr das gesamte Koga-Team die Deutsche Meisterschaft bis zum Ziel zu Ende: Annika Grüber (44.), Tamara Siebert (55.), Jana Süß (59.), Alexandra Nöhles (61.) vervollständigten das gute Gesamtergebnis.

Nach diesem glücklichen Ausgang eines ereignisreichen Wochenendes feierte das Team natürlich seinen Erfolg, der nur aufgrund der perfekten Zusammenarbeit zwischen den Fahrerinnen möglich geworden war und für die kommenden schweren Aufgaben zusätzliche Motivation bringen wird